Was ist die Grunderwerbssteuer?

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Was ist die Grunderwerbssteuer? Alle wichtigen Infos im Überblick!

Sie sind am Kauf einer Immobilie interessiert? Neben der Finanzierung von Haus, Grundstück oder Eigentumswohnung sollten Sie mit einigen anfallenden Nebenkosten rechnen. Die Grunderwerbssteuer gehört hierzu, die Sie abhängig von Ihrem Bundesland an das Finanzamt entrichten müssen. Unser Artikel zeigt, mit welcher Höhe dieser Steuer Sie als Käufer rechnen sollten und wie sich diese und weitere Nebenkosten sicher finanzieren lassen.

Weshalb überhaupt Grunderwerbssteuer für eine Immobilie?

Die Grunderwerbssteuer müssen Sie zahlen, sobald Sie ein Grundstück oder eine andere Immobilie in Deutschland kaufen. Sie gehört zu den wichtigsten Kaufnebenkosten, die Sie beim Erwerb eines Hauses oder Grundstücks berücksichtigen sollten. Wie in vielen Lebensbereichen kassieren Bund, Länder oder Gemeinden bei Rechtsvorgängen mit. Dies ist beim Kauf einer Immobilie nicht anders.

Bei Neubauten haben Sie die Möglichkeit, die Höhe der Grunderwerbssteuer zu reduzieren. Dies ist alleine möglich, wenn Sie ein noch nicht bebautes Grundstück erwerben. Zudem muss eine sogenannte Schamfrist von sechs Monaten eingehalten werden. Diese Zeitspanne muss mindestens zwischen Erwerb des Grundstücks und Beginn einer Bebauung vergehen. In Rücksprache mit dem Finanzamt und dem Bauträger werden Sie hier die ideale Lösung finden.

Wann genau ist die Steuer zu entrichten?

Die Steuer zahlen Sie im Regelfall wenige Wochen, nachdem der Immobilienkauf abgewickelt wurde. Fast immer wird die Steuer dem Käufer der Immobilie in Rechnung gestellt. Es ist vertraglich möglich, sich mit dem Verkäufer oder einer dritten Partei auf eine andere Regelung zu einigen, in der Praxis ist dies unüblich.

Wenn Sie als Käufer durch Zahlung der Steuer noch einen Vorteil beim Finanzamt herausholen möchten, prüfen Sie, ob eine steuerliche Absetzbarkeit gegeben ist. Dies ist nicht der Fall, wenn Sie Haus oder Grundstück für Ihre eigenen privaten oder gewerblichen Zwecke erwerben. Anders sieht es aus, falls Sie eine Vermietung planen und hierdurch steuerpflichtige Einkünfte erzielen. Hier ist eine Abschreibung über die zuvor festgelegte Nutzungsdauer der Grunderwerbssteuer als Teil der gezahlten Kaufnebenkosten möglich.

Wie hoch genau ist die Grunderwerbssteuer?

Die Höhe der Steuer ist nicht bundeseinheitlich geregelt. Angewendet wird der Steuersatz des Bundeslandes, in dem sich die erworbene Immobilie bzw. das gekaufte Grundstück befindet. Die Höhe der Steuer wird prozentual über den Kaufpreis ermittelt. Hier die aktuellen Steuersätze (Stand: 2022) im Überblick:

– 6,5 % in Brandenburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen
– 6,0 % in Berlin, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern
– 5,0 % in Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt
– 4,5 % in Hamburg
– 3,5 % in Bayern und Sachsen

Der konkrete Steuerbetrag ist bei der Finanzierung der Immobilie als Nebenkosten nicht zu unterschätzen. Ausgehens vom Kaufpreises eines Hauses von 350.000 Euro müssen Sie in Bundesländern wie NRW oder dem Saarland eine Steuer von 22.750 Euro zahlen. Zusammen mit den Notarkosten und weiteren anfallenden Nebenkosten macht dies den Erwerb Ihrer Immobilie deutlich teurer.

Gibt es einen Unterschied zur Grundsteuer?

Auch wenn beide Begriffe ähnlich klingen, ist die Grunderwerbssteuer nicht mit der Grundsteuer zu verwechseln. Wie eben beschrieben, ist die Grunderwerbssteuer lediglich einmal zu zahlen. Alleine der Kauf einer Immobilie löst die Zahlung dieser Steuer aus, die Steuer zahlt im Regelfall in voller Höhe der Käufer.

Auch die Grundsteuer wird von Ihrem Finanzamt veranschlagt, und dies völlig unabhängig von der Zahlung der Grunderwerbssteuer. Gezahlt wird die Grundsteuer im Regelfall einmal jährlich, wobei sie gemäß einem individuellen Hebesatz je nach Stadt oder Gemeinde eingefordert wird. Im Jahr 2022 wurde die Grundsteuer so reformiert, dass es innerhalb einer Gemeinde nicht mehr zu massiven Steuerunterschieden für vergleichbare Immobilien kommt.

Zudem wurde eine neue Kategorie für die Grundsteuer geschaffen, die sogenannte Grundsteuer C. Diese wird von Eigentümern unbebauter Grundstücke erhoben, die erschlossen und baureif sind. Die Neueinführung dieser Steuer soll den Eigentümer animieren, die Grundstücksfläche nicht zu lange ungenutzt zu lassen und Anreize für die Bebauung zu schaffen.

Sondersituation: Erbschaft von Immobilien

Die Grunderwerbssteuer wird auch erhoben, wenn ein Alleinerbe oder eine Erbengemeinschaft durch eine Erbschaft zum Eigentümer eines Hauses oder einer sonstigen Immobilie wird. Hier findet kein Kauf oder Erwerb im eigentlichen Sinne statt, in Bezug auf die Steuer ist das Erben jedoch dem Kauf gleichgestellt.

Besonders ist die Rechengrundlage, da der ermittelte Erbbauzins anstelle eines Kaufpreises oder sonstigen Bewertung der Immobilie herangezogen wird. Gerade bei einer Erbengemeinschaft, die den Umgang mit einer geerbten Immobilie intensiv diskutiert, sollte das Thema Steuern frühzeitig bedacht werden.

Die Grunderwerbssteuer sicher finanzieren

Neben der Zahlung der Grunderwerbssteuer erwarten Sie von den Notarkosten bis zu eventuellen Maklerkosten weitere Nebenkosten beim Hauskauf. Schnell erreichen diese 10,0 bis 15,0 Prozent des Gesamtkaufpreises. Diese Zusatzkosten werden nicht über Ihre Immobilienfinanzierung abgesichert, sondern durch Eigenkapital oder einen Zweitkredit abgedeckt.

Gerne helfen wir Ihnen, die ideale Finanzierung für die zu zahlende Grunderwerbssteuer und weitere Nebenkosten zu ermitteln. Ähnlich wie beim Erstkredit nehmen wir eine unabhängige Beratung und den rechnerischen Vergleich vor, damit Ihr Immobilientraum nicht an den Nebenkosten scheitern muss. Sprechen Sie uns rechtzeitig an und klären Sie ab, welche Kostenfaktoren in den Kauf Ihrer Immobilie noch einspielen.






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