Vorfälligkeitsentschädigung

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Vorfälligkeitsentschädigung: Wann ist sie zu zahlen?

Eine Immobilie mit einem Kredit zu finanzieren, bringt schnell eine Vertragslaufzeit von zehn oder 20 Jahren mit sich. Wird zwischenzeitlich ein besseres Kreditangebot entdeckt, ist der Wunsch zum Wechsel groß.

Die Vorfälligkeitsentschädigung soll dies verhindern und kann bei Auflösung eines bestehenden Vertrags richtig teuer werden. Unser Artikel zeigt, wann die Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen ist und weshalb in manchen Fällen dennoch die Kündigung des Kreditvertrags lohnt.

Was ist die Vorfälligkeitsentschädigung genau?

Die Vorfälligkeitsentschädigung ist eine Form von Schadenersatz, die Sie Ihrer Bank oder Ihrem Kreditinstitut bei vorzeitiger Auflösung Ihres Kreditvertrags zahlen müssen.

Die Entschädigung klassischer Ratenkredite ist gesetzlich auf maximal ein Prozent der Kreditsumme begrenzt, bei Verträgen im letzten Vertragsjahr auf ein halbes Prozent. Bei Immobilien gilt eine Sonderregelung. In allen Fällen drohen bei hohen Krediten, wie bei einer Immobilienfinanzierung üblich, Entschädigungen über viele Tausend Euro.

Die Umstände der gewünschten Vertragsauflösung spielen für den Kreditgeber keine Rolle. In der Praxis sind diese Gründe typisch:

– Eine Erbschaft macht die komplette Zahlung der Restschuld möglich.
– Durch eine Scheidung ist das gemeinsam finanzierte Haus nicht mehr interessant.
– Sie werden arbeitslos und können sich die Kreditraten nicht mehr leisten.
– Sie möchten zu einem besseren Kreditanbieter mit günstigeren Zinsen wechseln.

Die Entschädigung ist übrigens auch zu zahlen, wenn das Darlehen noch nicht komplett an Sie ausgezahlt wurde, aber der Kreditvertrag besteht. Hier wird formal von einer Nichtabnahmeentschädigung gesprochen.

Weshalb wird diese Zahlung von Kreditinstituten verlangt?

von Krediten und den hiermit verbundenen Zinsen werden Einnahmen generiert. Kommt es zu einer vorzeitigen Rückzahlung des gesamten Kreditbetrags oder möchte der Kunde den Vertrag auflösen, gehen der Bank effektiv Einnahmen verloren.

Die Vorfälligkeitsentschädigung ist also ein klassischer Schadenersatz. Die Bank erleidet durch den Abbruch der Vertragsbeziehungen einen finanziellen Verlust und wird hierfür durch diese Regelung entschädigt.

Dies wird dem Kreditnehmer vor dem Vertragsabschluss offen kommuniziert. In jedem Kreditvertrag die Vorfälligkeitsentschädigung eindeutig festgehalten, so dass diese den Kreditnehmer nicht überraschen sollte.

Wie wird die Vorfälligkeitsentschädigung bei Immobilien berechnet?

Für eine Immobilie müssen sich Kreditgeber nicht an die oben beschriebenen Grenzen von 1,0 oder 0,5 Prozent halten. Dies liegt am Umstand, dass die Bank nach Kündigung des Vertrags das nun frei gewordene Kapital im Rahmen einer anderen Investition anlegen und über einen Zins Gewinne erwirtschaften kann.

Die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung richten sich perspektivisch an den Sollzinsen, die ein Kreditinstitut für diese Ersatzanlage erwarten darf. In Zeiten sehr niedriger Zinssätze, die im europäischen Raum seit vielen Jahren vorherrschen, ist eine solche Ersatzanlage wenig lukrativ. Entsprechend hoch ist die Entschädigung, die eine Bank verlangen darf.

Für den Kreditnehmer bedeutet dies, dass sogar der fünfstellige Eurobereich bei der Vorfälligkeitsentschädigung erreicht werden kann.

Ist eine Kreditumschuldung überhaupt ein Kündigungsgrund?

Eine Scheidung, Erbschaft oder Arbeitslosigkeit sind Lebensumstände, die der Kreditnehmer nur selten aktiv beeinflusst. Dies sieht beim Wunsch nach einem Kreditwechsel anders aus. Von vielen Bankkunden wird die Vorfälligkeitsentschädigung als Hindernis verstanden, um die Kündigung des bestehenden Vertrags zu erschweren und zu einem günstigen Angebot der Konkurrenz zu wechseln.

Die Regelungen vieler Banken geht jedoch hierüber hinaus. Für die Kündigung des Kredits und Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung muss ein triftiger Grund vorliegen. Scheidung oder Arbeitslosigkeit stellen solche triftigen Gründe dar.

Gleiches gilt für Situationen, in denen der Kreditnehmer die Immobilie verkaufen will oder muss. Eine Umschuldung wird von vielen Kreditinstituten jedoch nicht als solcher Grund gesehen.

Bevor voreilig zur Konkurrenz gewechselt wird, ist deshalb dringend abzuklären, ob der Kreditgeber eine Umschuldung akzeptiert. Hierfür kann auch das persönliche Gespräch gesucht werden. Manche Banken zeigen eine Kulanz, werden hierfür jedoch vielleicht einen zusätzlichen Schadenersatz verlangen, der den Wechsel umso weniger lukrativ macht.

Wann kann ich ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen?

Unter den genannten Umständen ist es gar nicht so einfach, für eine Umschuldung zu kündigen und die Vorfälligkeitsentschädigung zu umgehen. Es gibt jedoch zwei Situationen, die Ihnen die Kündigung ohne negative Folgen erlauben:

– In den ersten 14 Tagen nach Vertragsabschluss: Hier können Sie nach dem deutschen Vertragsrecht wie gewohnt vom Widerrufsrecht Gebrauch machen. Halten Sie also die Augen direkt nach dem Kreditabschluss offen, ob sich auf dem Kreditmarkt nicht vielleicht doch ein besseres Angebot befindet.

– Nach zehn Jahren Vertragslaufzeit: Immobilienkredite weisen nicht selten eine Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren auf. Sind zehn Jahre vergangen, hat der Kreditnehmer die Möglichkeit, den Vertrag ohne Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung zu kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt bei den meisten Banken sechs Monate. Ein gutes Kreditangebot zur Umschuldung sollte im Moment der Kündigung natürlich vorliegen.

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